Über den Lusen durch das Teufelsjoch zur Fredenbrücke

Strecke geeignet für:
Streckendaten:
7,5 km - ca. 2:30 Stunden
Schwierigkeit: Normal
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Vom Himmel in die Unterwelt. Der Weg über den kahlen Lusen-Gipfel hinein in den neuen wachsenden Urwald.

Dieser Weg ist in den meisten Wanderführern als Teil einer klassischen Lusenwanderung enthalten, wobei er jedoch meist andersherum gegangen wird. Unsere Version hier ist etwas besonderes, denn sie hat den feuchten kühlen Urwald zum Ziel. Man könnte auch sagen, den Abstieg in die Unterwelt, denn wir laufen vom Lusen die Himmelsleiter herab durch das Teufelsjoch. Und während des Abstiegs auf der Himmelsleiter kann man lange den wunderbaren Ausblick genießen, den die hier hochsteigenden Wanderer nur am Ende zu Gesicht bekommen oder wenn Sie sich umdrehen.
Der Weg eignet sich auch besonders für heiße Sommertage. Wenn man zu Mittag den Lusen-Gipfel erwandert, so kann man am Nachmittag durch das kühle und feuchte Teufelsjoch wandern und ist so auch an sehr heißen Tagen angenehm unterwegs.
 
Der Nationalpark Bayrischer Wald bietet eine Vielzahl von Wanderwegen und Kombinationsmöglichkeiten. Die umweltfreundlichen Nationalparkbusse, die man mit der Kurkarte kostenlos nutzen kann, halten an vielen Orten mitten im Kerngebiet. Dadurch kann man auch schöne langgezogene Start-Ziel-Touren wählen, die nicht zum Ausgangspunkt zurück führen. Die vorliegende Strecke ist eine einfache Tour für Einsteiger, die ohne große Anstrengungen durch sehr vielfältige Naturabschnitte führt. Sie eignet sich aber ebenso als Rundwanderung indem man die Verbindung über Waldhäuser geht. Dadurch verlängert sich die Strecke um ca. 30%. Ebenso kann die Strecke als Abschnitt einer längeren Wanderungen durch den Nationalpark geplant werden.
 
Und los geht’s...
Wir fahren von Spiegelau aus mit dem Nationalpark-Bus Zum Lusen-Parkplatz. Hier beginnt unser Aufstieg auf den Lusen. Der Weg hier hoch bis zur Lusenschutzhütte ist ein sehr breiter gut ausgebauter Spazierweg, der auch noch mit Kinderwagen passierbar ist. Ein lockerer Einstieg.
Kurz vor dem Gipfel können wir uns in der bewirtschafteten Lusenschutzhütte stärken. Viel schöner aber ist ein Picknick auf dem Lusengipfel, der übersäht ist mit riesigen Feksblöcken. Diesen erreichen wir nach einem kurzen Aufstieg durch das Geröll aus Granitblöcken. Vom Gipfel aus haben wir einen wunderbaren Ausblick auf den Nationalpark und auf unsere weitere Strecke. Schnurgrade geht der Weg weiter über die Himmelsleiter hinab in die Tiefen des Waldes.
 
Der Bereich um den Lusen ist geprägt von Baumskletten. Ein ganzer Waldabschnitt ist in den 80iger Jahren durch Borkenkäferbefall und Windwurf abgestorben. Am Wege der Himmelsleiter führt uns der kleine Rundweg „Hochwaldsteig“ auf Holzstegen durch einen beeindruckenden Teil mit diesen abgestorbenen Bäumen.
Diese, teilweise erschreckenden Eindrücke erlangt man immer wieder im Nationalpark. Lange wurde diskutiert ob man die Borkenkäferausbreitung bekämpfen soll. Letztendlich wurde hier aber ausnahmslos alles der Natur überlassen, auch wenn das zunächst auf vielen großen Flächen ein Waldsterben zur Folge hatte. Die Rechnung geht auf, denn man erkennt heute überall den ganz neuen, natürlich heranwachsenden Mischwald, der hier entsteht. Die Natur holt sich Ihre Vielfalt zurück und so musste es zunächst einmal so sein, dass die vom Menschen gepflanzten Fichtenwälder (Monokulturen) „beseitigt“ werden.
 
Am Ende der Himmelsleiter finden wir eine Schutzhütte mit vielen Informationstafeln zum Wald und dem Kreislauf der Natur. Nicht zu übersehen ist auch die Glasarche. Ein übergroßes tonnenschweres Schiff in form einer Arche aus Glas die von einer hölzernen Hand getragen wird. Das Kunstwerk steht für die lange Glastradition im Bayrischen und Böhmer-Wald und diesem einzigartigen Naturprojekt im Grenzgebiet.
 
Wir folgen nun rechts dem Pfad in Richtung Teufelsjoch / Martinsklause / Fredenbücke und steigen schon bald auf einem steinigen uns steilen Pfad hinab in das Teufelsjoch. Hier läuft der rauschende Bach „Ohe“ verborgen unter den Granitblöcken hinab und verursacht ein mystisches leises Donnern unter unseren Füßen.
Und nun erreichen wir die historische Martinsklause aus dem Jahre 1835. Hier wurde früher das Wasser gestaut um Holzstämme über den Bach ins Tal zu transportieren (Triften). Die kleine Staustelle ist sehr idyllisch, von üppiger Natur umgeben und reichlich Fische und Wassergetier tummeln sich im kleinen See.
 
Wir gehen nun den letzten Abschnitt dieser Wanderstrecke zur Fredenbrücke, wo eine Bushaltestelle der Igelbusse auf uns wartet. Der Weg führt an der romantischen Ohe entlang die hier durch den Wald plätschert. Wunderbar ist es hier eine Zeit zu verweilen und die heißgelaufenen Füße im frischen Wasser zu kühlen.


Wanderweg:
Über den Lusen durch das Teufelsjoch zur Fredenbrücke
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