Soonwaldsteig

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Der Soonwald gehört zu den größten zusammenhängenden Wädern in Deutschland. Hier liegt der Soonwaldsteig.



Rheinradweg Online-Wanderführer GPS-Track

Ein Startpunkt ist Kirn.

Die Markierung , des 83 Kilometer langen Soonwaldsteigs vom westlichen Zipfel des Hunsrücks bis zum Rhein beginnt am Hauptbahnhof.

Ein zweiiter Startpunkt ist Bingen.

Auch hier beginnt die Markierung am Hauptbahnhof in Stadtteil Bingerbrück.

Der Soonwald gehört zu den größten zusammenhängenden Wäldern in Deutschland, oft treffen Wanderer über Dutzende Kilometer auf kein Haus. Dennoch ist das Gebiet gut zu erreichen - etwa vom Rhein-Main- Gebiet aus in rund einer Stunde mit dem Auto oder dem Zug.

Auf ihre Kosten kommen vor allem Wanderer, die dichte Wälder und Einsamkeit lieben. Sie können über weite Strecken mit dem Gefühl laufen, dass der Weg allein ihnen gehört.

Idealer Startpunkt für die Wanderung ist Kirn an der Nahe im Westen des Soonwalds. Nach einem kurzen Rundgang durch den Ortskern mit seinen hübschen Fachwerkhäuschen führt der Weg schon bald heraus aus dem Tal. Vorbei an der Ruine Kallenfels geht es zum Schloss Wartenstein, wo sich Besucher über den Naturpark Soonwald-Nahe informieren können.

 

Ihre Gastgeber:

Forellenhof Reinhardsmühle

Rudolshaus bei Kirn

Tel.:06544 - 373





Wanderwegegeeignet fürZeitWertung
Soonwaldsteig Etappe 15h
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Soonwaldsteig Etappe 24h
Durchschnitt: 4.2 (5 Bewertungen)
Soonwaldsteig Etappe 34h
Durchschnitt: 4.5 (2 Bewertungen)
Soonwaldsteig Etappe 45.5h
Durchschnitt: 4.5 (2 Bewertungen)
Soonwaldsteig Etappe 57h
Durchschnitt: 4 (5 Bewertungen)

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Urlaub am Soonwaldsteig

Der Soonwaldsteig
Mittwoch, den 15.06.2011
Der Routenplaner und das Navi geben als Fahrtzeit etwa 1,45 Std an. Die Fahrt verläuft problemlos und nach etwa 1,15 Std sehen wir erstmals Kirn angezeigt und bald können wir uns einen ersten Eindruck vom Soonwald machen. Es ist nicht der beste. Alles erscheint doch sehr abgeschieden und ursprünglich, also typisch Hunsrück. Dichte Wälder und steile Anstiege über Geröllhalden. Die Dörfer wirken doch sehr ärmlich und rückständig. Kleine Häuser ohne Blumenschmuck und ohne frischen Anstrich. Wir werden sehr an unseren Besuch im Harz erinnert.
Endlich der Hinweis „Forellenhof“ in 800 Metern. Wir biegen von der Landstraße in einen einspurigen Seitenweg ab und befürchten das Schlimmste. Weit gefehlt, die Straße endet an einer malerischen Teichlandschaft. Der „Forellenhof“ sieht sehr ansprechend aus und auf dem recht großen Parkplatz stehen Wagen mit Kennzeichen aus allen deutschen Landen.
Wir beziehen unsere sehr geräumigen Zimmer mit Blick zum Teich und großem Balkon. Unsere Stimmung hat sich schlagartig gebessert und wir erhoffen uns jetzt doch schöne Ferien.
Vor dem Abendessen machen wir noch einen Spaziergang um die zahlreichen malerischen Fischteiche, die von hohen Bäumen umsäumt werden. In den Fischteichen sollen sich in der Hoch-Zeit bis 20.000 Forellen tummeln. Nach dem was wir so sehen konnten, haben wir daran auch keinen Zweifel. Das Abendessen ist ausgezeichnet, 4 Gänge: Forellenfilet mit Meerrettichsahne, Kartoffelsuppe, Spargel mit Schinken und Sauce Hollandaise, Schoko- und Vanillecreme, dazu sehr guten offenen Riesling bzw. Grauburgunder von der Nahe.
Donnerstag, den 16.06.2011
Das Frühstück ist eher mäßig, was uns auch recht ist, weil das für uns bereitete Lunchpaket mehr als üppig ist . Um 10.00 Uhr geht der Transfer wie vereinbart mit dem Chef zum Endpunkt der 2ten Soonwaldetappe, die wir zurück zum Hotel laufen wollen. An der Straße Simmern/Kern, wo der Soonwaldsteig quert, werden wir ausgeladen und beginnen mit dem steilen Aufstieg
über den Langenstein zum Blickenstein von etwa 270 auf 597 Meter über 3 km. Vor diesem Aufstieg wurden wir gewarnt, aber wir sind aus dem Odenwald ähnliches gewöhnt. Die Etappe war uns als sehr abwechslungsreich beschrieben worden, und das war sie auch, Buchenwälder wechseln mit Nadelwäldern, weiche Waldböden mit verwurzelten, steinigen Pfaden und immer wieder herrliche Fernblicke auf Wälder und kleine Weiler. Hin und wieder fallen ein paar Tropfen, der Wetterbericht hatte mit Schlimmerem gedroht.
Der Steig ist bestens markiert und Verlaufen ist eigentlich unmöglich, wir haben es trotzdem geschafft, weil wir die Fortführung des Wegs entlang von Wanderern aufgeschichteter Steinhaufen als sicher annahmen und nicht mehr auf die Markierung achteten. Alles kein Problem, das Navi half uns weiter.
Am Teufelsfels mit seinem Aussichtsturm mit Blick bis zum Donnersberg in der Pfalz machen wir Rast. Jetzt geht es nur noch abwärts auf weiter sehr abwechslungsreichen Pfaden hinab ins ursprüngliche Hahnenbachtal. Der Hahnenbach mäandert in mehreren parallelen Läufen durch das Tal. Der kann aber auch anders wie uns Hochwassermarken zeigen. Im Bach und anliegenden Teichen finden sich nach Naturalisierung wieder Krebse und Muscheln. Von überall her fließen Quellen und Wasserbächlein zu. Die ehemals zahlreichen Mühlen und Gesteinsmühlen zur Achatgewinnung sind nur noch auf Hinweistafeln zu finden. Die Zeugen der Bergmannsarbeit sieht man aber noch in Form von Geröllhalden und Stolleneingängen.
Oberhalb des Hahnenbachtals thront rechterhand die große eindrucksvolle Ruine der Schmidtburg aus dem 11ten Jahrhundert mit Blütezeit im 14/15 Jahrhundert, die letztendlich 1648 von französischen Truppen geschliffen wurde. Hier soll angeblich auch der Schinderhannes das eine oder andere Mal Unterschlupf gefunden haben.
Linksseitig in Sichtweite der Burg wurde 1985 die Keltensiedlung Altburg auf dem Boden einer alten Keltensiedlung in ursprünglichem Aussehen wieder aufgebaut. Hier sollen angeblich etwa 200 Häuser bewohnt mit 6 – 8 Personen gestanden haben, bis die Römer für deren Vertreibung sorgten. Ab hier wird der Regen wieder stärker und die Besichtigung des Dorfs und des kleinen Museums erfolgt mit Anorak und Mütze. Macht nichts, weit ist es nicht mehr und nur noch bergab, wobei der Pfad noch durch einen kleinen Bergwerkstunnel führt. Nach 16,8 km sind wir wieder im Hotel.
Gut gegessen: Schafskäse mit Tomaten, Flädlesuppe, Wild mit Blaukraut und Semmelknödel, Ananas mit Weinschaumsauce. Dazu Nahewein und Kirnbier.
Freitag, der 17.06.2011
Nach guter Nacht und nun schon gewohntem Frühstück treten wir um 9.30 zum Transfer nach Kirn an. Wir wollen heute die Etappe 1 von Kirn aus zum „Forellenhof“ angehen. Wir werden rausgelassen, wo der Soonwaldsteg bereits aus der Stadt führt. Wir besorgen uns in der Stadt noch Taschenlampenbatterien, die wir am Vortag vermißt hatten, als wir einen kurzen Stollen besichtigen wollten. Dann schlendern wir noch durch die nicht sehr sehenswerte Stadt, besichtigen eine Kirche und sehen in der Nähe des Bahnhofs noch den Zufluß unseres Hahnenbachs in die Nahe. Vom Bahnhof aus beginnen wir dann die Etappe am offiziellen Startpunkt. Noch einmal geht es durch die Stadt am Hahnenbach entlang und dann steil hoch aus der Stadt hinaus zur Ruine Kallenfels auf dem gleichnamigen sehr steilen und spitzen Felsen. Die Ruine ist nicht zu besichtigen, wirkt aber sehr eindrucksvoll. Unter der Burg klebt das kleine Dörfchen gleichfalls am steilen Abhang. Die Straßen sind hier so steil, daß sie mit dem Auto nicht zu befahren sind und die Anwohner den Müll in Beuteln weiter nach unten tragen müssen, weil die Müllabfuhr natürlich den Berg auch nicht schafft. Den Blick zurück auf das Örtchen hat man am besten von unserem nächsten Ziel dem Schloss Wartenstein.
Um dahin zu gelangen, müssen wir aber zuerst ins Tal steil hinab und dann auf der anderen Seite ebenso steil wieder hoch.
Auf malerischen Wegen geht es dann am Hang entlang zum dem sogenannten Kavallerieschloß (anfangs nur gedacht für Angestellte und Gäste eines Fürsten). Von hier aus geht es mehrfach steil hinauf und wieder hinab immer auf so engen Pfaden, daß man nur hintereinander gehen kann. Immer wieder tun sich weite Blicke auf dichte Wälder auf, die anders als im Odenwald nicht von regionalen Wanderwegen durchzogen sind. Deshalb wirkt die Natur deutlich unberührter und alles ist ein bißchen abenteuerlich. Keinem einzigen Wanderer begegnen wir. Leider gibt es auch keine Ruhebänke, so daß wir unsere Vesper an einem breiteren Wegrand am Ort Stilzmühle auf dem Boden sitzend einnehmen.
Wieder geht es weiter auf steilen Serpentinen teilweise auf Händen und Füßen nach oben und dann hinab ins Steinbachtal. Ab hier weicht unsere aus dem Internet geladene GPS-Route etwas vom ausgeschilderten Soonwaldweg ab. Anscheinend ist die Route etwas geändert worden. Alles ist aber bestens markiert und wir gelangen problemlos weiter durch das malerische Hahnenbachtal nach Rudolfshaus. Auf dieser Teilstrecke verabschieden sich die Wanderstiefel meines Sohnes. Die halbe Sohle hat sich an einem Schuh abgelöst und nur noch die Sohlendämpfung mit Steineinschlüssen trennt vom Socken und bis zum Hotel sind es noch knapp 3 Kilometer. Schließlich an der Straße das Schild „noch 800 Meter bis zum Forellenhof“. Der Soonwaldsteig mag aber die Straße nicht, und so müssen wir uns noch einmal nach oben über den Höhenrücken des Oligsberg quälen und sind nach 5 Std 3 Min. am Forellenhof. Das Navi zeigt 15,2 km. Dazu kommt aber noch unsere Stadtwanderung in Kirn, so daß gut 16 km zusammenkommen. Gemütliches leckeres Abendessen. Unser Menu besteht heute nur aus einer großen Portion leckeren Grillfleisch mit Bratkartoffeln.

Samstag 18.06.2011
Es hat die ganze Nacht geregnet und für den Tag ist die Fortsetzung angesagt. Treffen zum Frühstück um 9.00 Uhr. Trotz schlechter Prognose beschließen wir eine kurze Rundwanderung. Am Hahnenbach unten, wo Vorbereitungen für die Fischmahlzeit am Abendessen getroffen wird, haben wir auch noch keine Probleme.
Der weitere Weg steil nach oben zur Schmidtburg ist bei naßem Boden dann schon eine größere Herausforderung. Die Burg wird ausgiebig besichtigt. Den weiteren Weg dann abwärts über die Hahnenbachbrücke und dann hinauf Richtung Keltensiedlung kennen wir schon vom ersten Wandertag.
Dieses Mal wollen wir oben aber nicht die Kelten besuchen, sondern das Fossilienmuseum und das Besucherbergwerk. Herrenberg. Wir zahlen unseren Eintritt und werden für die Führung mit Helmen ausgestattet und dann geht es hinab in die Dunkelheit.
Hier wurde über 400 Jahre unter schlimmen Bedingungen bei notdürftigster Beleuchtung und Temperaturen zwischen 6 und 8 Grad Schiefer abgebaut, Die Grube wurde dann 1966 geschlossen und von den Bergleuten zu einer Besichtigungsgrube für Besucher umgebaut. Heute werden dort zudem esoterische Seancen angeboten. Wir sind aber eher froh, nach lehrreicher Führung nach etwa 45 Minuten das Tageslicht wieder erblicken zu dürfen. Wir haben noch 1,4 km auf abenteuerlichem Weg vor uns. Noch einmal einen Blick zurück auf die Schmidtburg, dann sind wir wieder im Hotel und machen zum Auslaufen noch eine Runde um die Fischteiche mit Besuch bei den Ponys. Wir waren knapp 4 Stunden unterwegs und haben 5,8 km zurückgelegt. Um 18.30 Uhr gehen wir zum Abendessen. Um 22.00 Uhr haben wir die 6 Gänge des Menus und mehr Wein als üblich durch und verabschieden uns zufrieden auf unsere Zimmer.

Sonntag, den 19.06.2011
Gemeinsames Frühstück um 9.00 Uhr und Aufbruch gegen 10.30 Uhr. Wir starten zu einer Rundwanderung nach Norden entlang dem Hahnenbach in Richtung Hausen auf dem Hunsrückhöhenweg, der auf einem Stück mit dem Soonwaldsteig identisch ist. Die Tour hatten wir dem Wirt abgesprochen. Wir wollen aber noch eine kleine Variation draufsatteln und Woppenroth im Nordosten noch mitnehmen. Das Wetter ist mäßig, der Wind bläst kräftig und die Anoraks helfen nicht nur wegen der eingestreuten Regenschauer, sondern auch wegen der kühlen Witterung. Zunächst geht es wieder auf bekannten Pfaden über die Schmidtburg den Hahnenbach entlang. Hier treffen wir heute sogar einige wenige Wanderer und erforschen noch einen Stollen, den wir früher mangels Taschenlampe noch nicht erkundet hatten. Dann biegen wir vom Soonwaldsteig ab und sofort ist es aus mit den schönen Markierungen. Die Karte 1:35000 ist keine rechte Hilfe und auch auf dem Navi sind die eingeschlagenen Wege häufig nicht zu finden. Trotzdem finden wir die Ruine Hellkirchen, die mitten im Wald liegt, nur aus einem Mauerrest besteht und einen Besuch nicht wert ist. Es geht weiter zur Wacholderheide, die auf der Karte zwar vermerkt war, aber nur aus wenigen Wacholderbüschen bestand. Bei steifer Brise geht es dann ohne Markierung über das freie Feld nach Woppenroth.
Hier wollen wir nach Westen abbiegen Richtung Hausen. Ein Wanderweg ist in der Karte eingezeichnet, aber wo geht er ab? Keine Hinweistafel. Zwei Einwohner weisen uns den Weg: „ab Sportplatz vorbei und dann seht Ihr schon das Örtchen vor Euch“. Wir gehen also am Sportplatz vorbei in die Wiesen hinab, sehen aber keinen Ort, stoßen aber tatsächlich auf Hinweistafeln. Da steht Rundweg 5,8 km und auch Richtung Hausen. Der Weg verliert sich dann aber am Waldrand, also noch einmal zurück zur Hinweistafel, die uns aber wieder nicht schlauer macht. Wir schlängeln uns deshalb ohne Orientierung auf dubiösen Wegen, die auch das Navi nicht verzeichnet hat, ins Tal und nähern uns einer auf dem Navi verzeichneten Bundestraße, die wir endlich auch erreichen. Jetzt können wir uns wieder orientieren und stellen fest, daß wir zufällig den richtigen geplanten Weg gelaufen sind. Jetzt geht es uns wieder besser und in Hausen gelingt es uns sogar mit Karte und Navi den Weg zu unserem nächsten Ziel Bundenbach zu finden. Bundenbach ist ein Straßendorf , in dem jedes Haus schiefergedeckt ist, dazu auch häufig noch Schieferfassaden. Von hier aus ist es nur noch ein Katzensprung durch die Wiesen zum „Forellenhof“. An der Kirche müssen wir dazu nach links, leider eine Straße zu früh, also wieder zurück und die nächste nehmen und dann durch die Wiesen. Tatsächlich finden wir den Hinweis „Forellenhof“, also guten Muts weiter bis ich auf dem Navi feststelle, wir laufen in die falsche Richtung. Also wieder zurück und Diskussion über der Karte. Es regnet dabei wieder einmal und die Stimmung ist etwas gereizt. Endlich finden wir eine Erklärung. Ein schmaler Pfad am Wald entlang wurde überlaufen und im Gebüsch versteckt findet sich jetzt auch ein abgebrochener Pfosten mit Hinweis „Forellenhof“. Jetzt ist auch das Navi wieder zufrieden und nach 5 Std 23 min und gelaufenen 18 km sind wir um 16.15 Uhr wieder am Hotel. Was lernen wir daraus? Weiche nie vom bestens markierten Soonwaldsteig ab, um die Umgebung zu erforschen.
Wieder lecker gegessen und 2 Kirn-Hefe getrunken und dann um 20.30 Uhr auf’s Zimmer und gelesen.

Montag, den 20.06.29011
Nach dem Frühstück Aufbruch um 10.30 Uhr in Zivilkleidung. Es nieselt vor sich hin, wir sind mit Regenschirmen bewaffnet. Idar-Oberstein steht auf dem Programm, von der Straße aus haben wir einen verhangenen Blick auf den steilen Fels mit Ruine Kallenstein, Kirn wird passiert und bald sind wir in Idar-Oberstein. Das Wahrzeichen der Stadt, die Felsenkirche, thront über der Stadt. Ein Parkplatz wird gefunden und durch die Altstadt gelangen wir an den Fuß der Treppe hinauf zur Felsenkirche. Der Aufstieg wird mit einigen Zwischenstopps auch bezwungen und durch einen geräumigen Tunnel kommt man zum Eingang der Kirche. Dieser Tunnelzugang wurde erst in neuerer Zeit von einer österreichischen Gruppe in den Fels gesprengt, weil der alte Zugang, über den die Kirche seit Ihrer Erbauung (1482-84) betreten werden konnte, wegen Steinschlaggefahr nicht mehr zu benutzen war. Die sehr schlichte lutherische Kirche klebt direkt am Berg und von einer 2003 neu eröffneten Plattform hat man einen schönen Blick über die Stadt. Als Besonderheit der Kirche ist eine Quelle mit Auffangbecken im Fels der Kirchwand zu nennen und als besondere Kostbarkeit ein mittelalterlicher Flügelaltar eines unbekannten Meisters. Beim Rückweg durch den Tunnel und Abstieg in die Stadt machen wir den Besuch in einer Edelsteinschleiferei, in der wir länger verweilen und dem Goldschmied bei der Arbeit zusehen können.
Ab sofort gibt es kein wichtigeres Thema mehr. Daran tut auch ein Besuch im Museum keinen Abbruch, wo über 4 Stockwerke das Thema Edelstein in allen Faszetten erörtert wird. von der Entstehung, über die Gewinnung und Verarbeitung bis zum Endprodukt, von tonnenenschweren Edelsteinbrocken bis zur nur mit Lupenbetrachtung erkennbaren kleinsten Gemme, von einfachen Schmuckeiern bis zu Edelsteinblumengestecken und Edelsteinmosaikbildern. Alles was auf der Welt auf dem Kopf oder Händen oder um den Hals an Kostbarkeiten getragen wird, ist in Kopie zu bestaunen, von der englischen Krone bis zu Halsschmuck von Liz Taylor. Nach zwei Stunden Besichtigung knurrt der Magen und die Beine tun weh, gesehen haben wir nur die Hälfte. Ein übermächtiges gutes Mittagessen bringt uns wieder Kraft und wir fahren auf dem Rückweg noch bei einem Weinbauern vorbei, der uns vom „Forellenwirt“ empfohlen worden war. Dort gibt es noch eine lustige Weinprobe und mit vollem Kofferraum beenden wir unseren Ausflugstag. Trotz Regen sind wir bester Stimmung.
Da heute im Hotel Ruhetag ist, gehen wir bereit um 18.30 Uhr zum Abendessen. Mir liegt die späte Mittagessenvöllerei und die anschließende Weinprobe noch im Magen, außerdem ist Spitzfleisch mit Spitzkohl, obwohl sehr wohlschmeckend, nicht so mein Ding. Es ist der erste Abend an dem ich keinen Alkohol trinke, meiner Frau schmeckt aber das Viertele schon wieder gut, und der Sohn schafft zwei Hefe. Um 20.00 Uhr sind wir auf den Zimmern und schauen Nachrichten.

Dienstag, den 21.06.2011
Das Wetter ist auch heute recht gemischt, immer stark bewölkt mit vereinzelten Regenschauern, aber nicht mehr ganz so kühl wie gestern. Wir beschließen, die weitere Umgebung mit dem Auto zu erforschen an Hand der touristischen Sehenswürdigkeiten. Der erste Stop erfolgt in Hochstetten-Dhaun an der hoch über dem Tal liegenden Stiftskirche St. Johannisberg. Hier sind die kulturhistorisch wertvollen Grabdenkmälern aus mehreren Jahrhunderten zu bewundern. Mehrere Generationen der jeweiligen Fürstenfamilien haben in der Gruft in Zinksärgen ihre letzte Ruhe gefunden. Die Gruft wurde später wegen Geruchsbelästigung aufgefüllt, so daß nur noch die eindrucksvollen Grabplatten erhalten sind. Danach wird die Außenanlage des Schloss Dhaun besichtigt. Innen beherbergt das Schloss eine Heimatvolksschule und ist Lernanstalt für Jugend- und Erwachsenenbildung.
Zahlreiche kleine Ortschaften werden durchfahren. Auch unser Startpunkt des Soonwaldsteigs vom ersten Tag (Etappe 2) wird passiert. Die zur Besichtigung empfohlenen Kirchen sind leider geschlossen, auch in dem nächsten größeren Ort Gemünden. Dieser Ort hat auch die Bezeichnung „Perle des Hunsrücks“. Der Name ist leider nicht mehr verdient, weil die zahlreichen ehemals sicher sehr schönen Fachwerkhäuser alle renovierungsbedürftig sind.
In einem kleinen Hotel nehmen wir unser Mittagessen ein und erfahren per Zufall, daß hier die Anlaufstelle für den Beginn der dritten Etappe gewesen wäre. Wir erkundigen uns auch hier, welcher Winzer zu empfehlen ist und notieren die Adresse: Franz Jäckel in Wallhausen. Zunächst geht es für uns aber noch nach Norden. Die Kreisstadt Simmern ist unser Ziel. Simmern wirkt einladend mit Einkaufspassage und lebendig. Wir machen einen Besuch in der katholischen und anschließend in der evangelischen Kirche. Die Innengestaltung ist jeweils typisch katholisch und protestantisch.
Kreuz und quer führt uns dann das Navi über die Landstraße und weglose Baumlandschaften und kleine Dörfer nach dem Weinort Wallhausen. Dort machen wir eine lockere Weinprobe und kaufen natürlich mehr als gewollt. Zufrieden treten wir dann den Heimweg an, wobei uns diesmal das Navi einige Male in die Wüste schickt. Um 18.30 Uhr treffen wir im Hotel ein und sitzen um 19.00 Uhr beim Abendessen: Nußbrot mit Forellenbutter, Lachsschnitten mit Toast, gemischter Salat, gebackene Forellenfilets mit Salzkartoffeln und flüssiger Butter, Obstquark. Die Forellenfilets werden von meiner von allen Essen der Woche auf Platz 1 gesetzt.

Mittwoch, den 22.06.2011
Frühstück, es werden noch Forellen und geräucherte Forellenfilets gekauft, Kofferpacken, glatte Heimreise